Strom sparen - Energiesparen im eigenen Haushalt
Mit diesen Tips zum Strom sparen, soll verdeutlicht werden, mit welchen einfachen Mitteln, die nicht mal unbedingt alle mit zusätzlichen Ausgaben verbunden sind, Strom in nicht ganz unwesentlichem Umfang eingespart werden kann.
Den Stromanbieter wechseln
Mithilfe eines Strom-Preisvergleiches, kann sich gar eine regelrechte Kluft auftun, zwischen den Jahreskosten der billigsten und teuersten Anbieter. Wer sich hier immer schön brav vom örtlichen Anbieter seinen Strombedarf zukommen lässt, weil man diesem schon seit Jahren treu ist, oder einfach nur überhaupt zu faul ist sich um einen Wechsel zu kümmern, kann hier durchaus 5-25% tiefer in die Tasche greifen.
Trotzallem ist vor einem überschnellen Wechsel genau zu überlegen, welchen neuen Anbieter man ansteuert. Gerade in Zeiten des Klimawandels und der Notwendigkeit des Schutzes vor Umweltverschmutzungen, sollte man Anbieter von atomfreiem Strom oder Ökostrom (Wasser-, Wind- oder Sonnenenergie) den Vorrang geben, auch wenn dies nicht unbedingt die geringsten Kosten bedeutet. Hier ist dann eventuell der Faktor Kompromissfreudigkeit gefragt.
Standby-Betrieb von elektronischen Geräten
Jeder kennt es: Man sitzt spät Abends vor dem Fernseher, man wird irgendwann sehr sehr müde und kann die laufende Sendung beim besten Willen nicht mehr verfolgen. Man klickt den Standby-Button auf der Fernbedienung (der fälscherlicherweise oft für den "AUS"-Knopf gehalten wird, was natürlich ein Irrtum ist), dreht sich um und schläft durch bis morgen früh, gut diese 2 Meter zum Fernseher nicht laufen zu müssen.
Das Ausmaß des Stromverbrauches von elektronischen Geräten wie: Fernseher, Videorekorder, Stereoanlage, Pheripheriegeräte eines Computersystems, oder verschiedene Haushaltsgeräte, wird aber leider oft unterschätzt. Wenn der Strombedarf im Standby-Modus in den technischen Daten irgendwo mit Milliampere angegeben wird, hält man das, wenn man denn überhaupt darauf achtet, für einen lachhaften Verbrauch. Doch die Meinung täuscht, mehrere 10 Milliampere können langfristig ziemlich ins Geld gehen. Wer da gleiche mehrere Standby-Modus-fähige Geräte hat, verschwendet bei allem Respekt vor dem gegebenen Komfort dieser Funktion, viele Euro im Jahr.
Kostenfalle - Komfort-Steckdosenleiste (Master/Slave)
Ursprünglich für den PC-Bereich vorgesehen (aber natürlich auch anderweitig einsetzbar), sind diverse PC-Steckdosenleisten mit Master-/Slave-Funktion und Überspannungsschutz im Handel erhältlich, die von manchem Verbraucher gerne als Standby-Kostenkiller eingesetzt werden. Das sind Steckdosenleisten, mit mehrere Steckdosen für verschiedene Geräte, ein Hauptgerät wird in die Master-Steckdose eingesteckt (im Falle des Computerarbeitsplatzes ist dies normal der PC), und sobald das Master-Gerät ausgeschalten wird und komplett aus ist, schalten sich sämtliche zusätzlich angeschlossene Geräte, im Falle des Computerarbeitsplatzes der Monitor, Drucker, Scanner, PC-Soundanlage uvm. aus, und zwar völlig, und das "trotz" Standby-Modus den die Geräte eventuell haben, denn die Stromzufuhr wird einfach komplett gekappt.
Tolle Sache prinzipiell, wenn nicht folgendes Problem bestünde: Diese Art von Steckdosenleisten haben einen Eigenverbrauch, im Prinzip kann die elektronische Master-/Slaver-Erkennung ja auch nur mit Strom funktionieren. Inwieweit die Überspannungschutzfunktion zu diesem Eigenverbrauch beiträgt ist noch unklar. Aber mit einem Stromkostenmessgerät kann dieser "gemeinte" Standby-Kostenkiller nachweislich zum teuren Flop degradiert werden.
Gemessen an 2 verschiedenen Ausführungen, futtern diese Komfort-Steckdosenleisten zwischen 15 und 25 Watt. Wenn man von einem Mittelwert von 20 Watt ausgeht (die Steckdosenleiste ist ja üblicherweise Tag und Nacht das ganze Jahr über am Stromnetz angeschlossen) kann das im Jahr 175 kW Verbrauch ausmachen. Wer davon gleich mehrere aufgebaut hat, kann dies mit entsprechendem Faktor multiplizieren. Unter Umständen wäre man ohne diese speziellen Steckdosenleisten, den Standby-Verbrauch in Kauf nehmend, fast noch besser bedient.
Haushaltsgeräte und ihre Energie-Effizienz
In einem Haushalt sind Geräte wie: Waschmaschinen, Spülmaschine, Trocker und Herd wohl die größten Stromverbraucher. Diese Geräte werden schon seit Jahren in Energie-Effizienzklassen eingeteilt. Wer sowieso um einen Neukauf nicht umhin kommt, wenn ein gebrauchtes Gerät defekt ist, kann hier schon im Vorfeld Vorsorge treffen. Diese Klassen werden in den EU-Richtlinien mit Buchstaben beziffert, die stromsparendste Klasse ist hierbei A. Besonders effiziente Geräte erhalten die Einteilung A+ oder A++.
Beispiel für Waschmaschinen:
Energieeffizienz-Klasse< | Energieverbrauch |
|---|---|
A | unter 0,19 kWh/kg |
B | 0,19 - 0,23 kWh/kg |
C | 0,24 - 0,27 kWh/kg |
D | 0,28 - 0,31 kWh/kg |
E | 0,32 - 0,35 kWh/kg |
F | 0,36 - 0,39 kWh/kg |
G | über 0,39 kWh/kg |
Schon der Unterschied von der Klasse A zur Klasse F kann also eine Einsparung von 50% ausmachen bei diesem Gerät.
TIP: Bei Waschmaschinen gibt es in der Regel ein Kurz-Programm. Leider täuscht auch hier die Meinung, dass das Kurzprogramm aufgrund der kürzeren Zeit in der die Maschinen läuft, auch entsprechend weniger Strom verbraucht. Weit gefehlt, denn in diesem kürzeren Zeitraum erhöht sich der Energieverbrauch drastisch. Und zwar um soviel, dass ein Waschgang im Kurzprogramm (je nach Gerät) sogar noch mehr verbrauchen kann, wie im Normalprogramm. Diese Tatsache sollte man sich im Hinterkopf behalten.
Küche / Kochen
Kochherd
Einen kleinen Teil zum Energiesparen kann man auch in der Küche beitragen. Die normal Herdplatten/Kochfelder müssen nicht unbedingt bis zur letzten Sekunde auf maximale Einstellung laufen, bzw. überhaupt nicht bis zum Wegrücken der Pfanne oder des Topfes an sein. Je nach Art der Speisen kann man bis zu mehrere Minuten vor Ende der Garzeit den Schalter abdrehen, und die immer noch bestehende Hitze der Herdplatte ausnutzen. Auch ist es nicht immer nötig die Maximal-Einstellung dauerhaft bis zum Kochende zu halten. Bei vielen Speisen reicht es gut und gerne, nach den "Anlaufzeit" die Einstellung auf 3/4 zurück zu drehen, eventuell noch weiter, wenn eine Speise nur so dahin köcheln muss.
So zum Beispiel können Nudeln ohne völlig kochendes sprudelndes Wasser gekocht werden, und die Nachgarzeit des sowieso noch heißen Wassers, bzw. die Restwärme der Herdplatte die den Topf noch eine Weile erwärmt, genutzt werden. Aber das ist nur ein Beispiel, bei vielen anderen Speisen (wenn auch nicht bei allen) ist dies ebenfalls möglich.
Kühlschrank
Frisch gegarte Speisen die noch warm sind, und nach dem Mittagessen übrig bleiben, gehören zwar in den Kühlschrank, aber nicht sofort. Erst die Speisen in den Töpfen oder Schüsseln in der Küche auskühlen lassen, und dann erst im Kühlschrank verstauen. Im Kühlschrankl untergestellte warme Speisen geben die Wärme an die Innenluft des Kühlschrankes ab, und diese muss mit verstärktem Energieaufwand die Temperatur auf die Voreinstellung herunter kühlen.
Beleuchtung
Energiesparlampen
Die meisten schrecken immer noch vor dem Kauf von Energiesparlampen zurück. Brauchbare Begründungen hierfür haben diese Ignoranten meist alle nicht. Ausser die Kosten für die Anschaffung. Etwas teurer sind die Lampen sicher, aber die Preise sind im Vergleich vor ein paar Jahren doch spürbar gefallen, zudem halten die Energiesparlampen deutlich länger. Und wenn man den eingesparten Strom im Visier behält, sollte einem auch hier "ein Licht aufgehen". Angenommen man verwendet in einem Haushalt die üblichen 60 Watt Glühbirnen, hat davon in seiner Wohnung 10 Stück, jede Birne brennt pro Tag genau 2 Stunden lang (diese Angaben sind fiktiv und geschätzt, und müssen jetzt nicht wirklich die tatsächliche Durchschnittsnutzung wiederspiegeln) dann ergäbe das bei 365 Tagen im Jahr einen Verbrauch von 438 kW.
Eine Energiesparlampe mit der Leuchtkraft einer 60 Watt Glühbirne, verbraucht nur ca. 11 Watt. Macht man nochmal die gleiche Rechnung wie gerade eben, nur mit 10x 11W Energiesparlampen, würden diese in einem Jahr bei der gleichen Nutzungsdauer nur ca. 80 kw verbrauchen. Eine Einsparung von sage und schreibe über 80%, zwar für ein paar Euro mehr Ausgaben, die sich aber aufgrund der Stromersparnis und der langen Haltbarkeit auf jeden Fall lohnen.
Schreibtisch-Lampen
Warum um alles in der Welt, muss eine einfache Schreibtischlampe ein 40-60 Watt Birne integriert haben? Wer eine solche Lampe nur wenig zum Lesen brauch, und eher als diffuses Licht neben oder hinter dem Monitor, für die Schonung der Augen bei Blickwechsel von hellen zu dunklen Bereichen, dem reicht eine Energiesparlampe mit 6 Watt, entspricht einer herkömmlichen Glühbirne mit 35 Watt, entspricht ebenfalls einer Einsparung von über 80% an Stromkosten, nur für diese eine Lampe.
Strom sparen am Computer Arbeitsplatz
Wer immer noch die sperrigen und überdimensionalen Röhrenmonitor auf dem Schreibtisch hat, sollte sich vielleicht so langsam mal davon trennen. Davon abgesehen dass sie viel Platz weg nehmen, verbrauchen sie auch je nach Größe sehr viel Strom. An der eigenen Situation gemessen, hatte ein 19″Zoll Röhrenmonitor eine max. Stromverbrauch von 110 Watt. Der Umstieg auf einen neuen 22″Zoll TFT-Flachbildschirm-Monitor brachte hier eine Einsparung von rechnerisch über 50%, da der Verbrauch des TFT´s bei 48 Watt lag.
Energiespar-Optionen von Windows ausschöpfen
Windows hat in der Systemsteuerung diverse Einstelloptionen für den Energiesparmodus. Man muss diesen nur nutzen. Leider ist nicht jeder so technisch bewand, dass er sich mit den vielen Einstellungen in der Systemsteuerung befassen will. Dabei ist hierfür aber kein Diplom notwendig. Ohne den Vergleich zu Windows XP ziehen zu können (oder gar zu völlig anderen Betriebssystemen, in denen es solche Modis sicher auch gibt) sind unter Windows Vista eigentlich nur 2 grobe Einstellungen wichtig. Bei einer eingestellten Inaktivität von 10 Minuten, schaltet der Monitor von Fullpower in den Standby. Mit einem Strommessgerät gemessen benötigt der Bespiel-PC im "Leerlauf" nur 158 Watt, wird die Monitor-Deaktivierung aktiv, dann sinkt der Verbrauch um gute 30-32 Watt. Wenn man eben mal vom PC weggeht um in der Küche nen Cappuchino zu trinken oder nen Toilettengang bewältigt, absolut sinnvoll.
Nicht selten entfernt man sich vom PC für noch viel längere Zeit, meist auch unerwartet. Da klingelt das Telefon im Wohnzimmer, oder es kommt Jemand an die Tür. Oder man geht in die Küche und fängt zu kochen an, der PC läuft aber muter weiter. Mit einem Einstellwert von praxisgerechten 20 Minuten (wer nach diesem Zeitraum nichts mehr am Computer macht, brauch diesen wirklich nicht), kann man einen Komplett-Standby hervorrufen. Dann ist der Monitor aus, und der PC arbeitet ebenso nicht mehr. Ist aber trotzdem relativ schnell mit einem Tastendruck wieder betriebsbereit, den es erfolgt kein "Runterfahren", sondern nur ein vorübergehender Logout. Anstatt der 158 Watt im Leerlauf, verbrauchte der komplette PC in diesem auch "Ruhezustand" genannten Modus nur noch unter 5-10 Watt. Mit jeder Stunde die der PC komplett in diesen Standby verfällt, spart man also über 90% an Stromkosten.
Sich der Energieverschwendung bewusst werden
Dieser Bericht entstand aus eigenen Erfahrungen und Erkenntnissen, bei der Aufspürung von Stromfressern im eigenen Haushalt. Neben ein paar einleuchtenden und grundlegenden Dingen, hinter die man mit dem bloßen Verstand kommt, war die Nutzung eines einfachen und handelsüblichen Strommessgerätes für 10,- EUR ausschlaggebend dafür, dass noch mehr stromfressende Quellen, auch "unscheinbare", erkannt und beseitigt werden konnte.
Über die einfache Zwischenschaltung zwischen Gerät(e) und der Steckdose, kann man sich nicht nur den Verbrauch über eine gewisse Zeit in kW "zusammen zählen" lassen, sondern auch den aktuellen Stromverbrauch in Watt und Ampere. So kann die Zu- und Abschaltung von Funktionen an einem elektrischen Gerät, oder Änderungen in der Betriebsweise, einem schwarz auf weiß und unmittelbar anzeigen, was der Haushalt beziehungsweise dessen Geräte, so im "Einzelnen" verbraucht.
Strom sparen pur
Unter Einhaltung der meisten obenstehenden Tips (ausser Stromanbieter-Wechsel, da atomfreier Strom bevorzugt), konnte der eigene Jahres-Stromverbrauch um gute 27% gesenkt werden. Dies ist also mit sehr einfachen Maßnahmen für jeden realisierbar.
Foto: smoodo.de